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'Der Duft der Kiefern'
 
 Graphic-Novel-Lesung mit Bianca Schaalburg

 

                       

 


In „Der Duft der Kiefern“ taucht die Berliner Autorin in ihre Kindheit ein und stößt dabei auf Verdrängung und Lügen. Der Großvater ein Nazi, die Oma hat angeblich von allem „nichts gewusst“? Bald stellt sich die Frage nach der Mitschuld der Familie.
Sie erfährt, dass diese in einem Haus lebte, das jüdische Vorbewohner hatte. Profitierte die Familie von deren Vertreibung?
Was tat der Großvater in Riga, wo schlimmste Gräueltaten geschahen?

Wir folgen Bianca Schaalburg auf ihrer Spurensuche durch die Zeit. Ihre Söhne begleiten die Autorin bei dieser Recherche, die sie in viele Archive führt, nach Riga und nach Israel. Auch Biancas Mutter Edda wollte in den sechziger Jahren schon mehr über ihren Vater herausfinden und war gegen eine Wand des Schweigens gestoßen.
Die Autorin nimmt sozusagen den Staffelstab auf und gräbt noch einmal neu und tiefer nach.
Aus ihrer Recherche und den Ergebnissen ihrer Recherche entstand der Comic „Der Duft der Kiefern“. Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2022!

Termin: 30.09.2022, 19:00 Uhr
Eintritt: 8,-€ (ermäßigt 4,-€)
Veranstaltungsort: Gemeindebibliothek
Tickets gibt es hier
und in der Bibliothek

Am Tag nach der Lesung findet der Workshop „Autobiographisches Comiczeichnen“ mit Bianca Schaalburg statt.
Eine Teilnahme an nur einer der beiden Veranstaltungen ist möglich!

      

 

Heimaten - Lesung mit Dilek Güngör

 
Vater und ich

              

 Foto: Ingrid Hertfelder

 

Heimaten,  unsere besondere Lesungsreihe, geht in die zweite Runde - diesmal gefördert im Rahmen von ‚Neustart Kultur‘ der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien durch den Deutschen Literaturfonds e.V.“  

 Als zweite Autorin ist Dilek Güngör bei uns zu Gast, deren dritter Roman 'Vater und ich' auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis 2021 stand.

 Als Ipek für ein verlängertes Wochenende ihren Vater besucht, weiß sie, dass er auf dem Bahnhofsplatz im Auto auf sie warten und sie nicht am Zug empfangen wird. Im Elternhaus angekommen sitzt sie in ihrem früheren Kinderzimmer, hört ihn im Garten, im Haus, beim Teekochen. Die Nähe, die Kind und Vater verbunden hat, ist ihnen mit jedem Jahr ein wenig mehr abhandengekommen, und mit der Nähe die gemeinsame Sprache. Ipek ist Journalistin, sie hat das Fragenstellen gelernt, aber gegenüber dem Schweigen zwischen ihr und dem Vater ist sie ohnmächtig. Dilek Güngör beschreibt die Annäherung einer Tochter an ihren Vater, der als sogenannter Gastarbeiter in den 70er Jahren aus der Türkei nach Deutschland kam.

 DILEK GÜNGÖR, geboren 1972 in Schwäbisch Gmünd, ist Journalistin und Schriftstellerin. Ihre gesammelten Zeitungskolumnen erschienen in den Bänden »Unter uns« und »Ganz schön deutsch«. 2007 veröffentlichte sie ihren ersten Roman »Das Geheimnis meiner türkischen Großmutter«. 2019 erschien ihr zweiter Roman »Ich bin Özlem« im Verbrecher Verlag.

 Termin: 08.11.2022, 19:30 Uhr
Eintrittspreis: 8,-€ (ermäßigt 4,-€)

Veranstaltungsort: Gemeindebibliothek
 

 

 

Heimaten - Lesung mit Angelika Klüssendorf

 
Vierunddreißigster September

                                                

 Foto: Andreas Hornoff

Heimaten,  unsere besondere Lesungsreihe, geht in die zweite Runde - diesmal gefördert im Rahmen von ,Neustart Kultur‘ der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien durch den Deutschen Literaturfonds e.V.“   

Den Auftakt macht Angelika Klüssendorf, die für ihre Roman-Trilogie „Das Mädchen“, „April“ und „Jahre später“ vielfach ausgezeichnet wurde.

Ein Dorf in Ostdeutschland: Walter, ein zorniger Mann, erschlagen in der Silvesternacht von Hilde, der eigenen Frau. Nur kurz vor seinem Ende war er plötzlich sanft und ihr zugewandt. Dann ein Friedhof: Die Toten studieren die Lebenden. Walter wird zum Chronisten, sieht sich dazu verdammt, die Schicksale im Dorf festzuhalten. Und er fragt nach dem Warum. Was war der Grund für Hildes Tat? Geschah es aus Hass oder aus Barmherzigkeit?

„Vierunddreißigster September“ wurde kurz nach Erscheinen von der Literaturkritik auf Platz 1 der SWR-Bestenliste gewählt. Aus Angelika Klüssendorfs Sprache strahlt eine mitreißende Kraft, sie ist präzise und voll tiefschwarzer Komik.

 Angelika Klüssendorf, geboren 1958 in Ahrensburg, lebte von 1961 bis zu ihrer Übersiedlung 1985 in Leipzig; heute wohnt sie auf dem Land in Mecklenburg. Sie veröffentlichte mehrere Erzählbände und Romane und die von Kritik und Lesepublikum begeistert aufgenommene Roman-Trilogie „Das Mädchen“, „April“ und „Jahre später“, deren Einzeltitel alle für den Deutschen Buchpreis nominiert waren und zweimal auch auf der Shortlist standen. Zuletzt wurde sie mit dem Marie Luise Kaschnitz-Preis (2019) ausgezeichnet.

 Termin: 20.10.2022, 19:30 Uhr
Eintrittspreis: 8,-€ (ermäßigt 4,-€)

Veranstaltungsort: Gemeindebibliothek
 

 

Heimaten - Lesung mit Emine Sevgi Özdamar


Ein von Schatten begrenzter Raum

               

Foto: Heike Steinweg


Heimaten,  unsere besondere Lesungsreihe, geht in die zweite Runde - diesmal gefördert im Rahmen von ,Neustart Kultur‘ der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien durch den Deutschen Literaturfonds e.V.“ 

Als Abschluss präsentieren wir die Georg-Büchner-Literaturpreisträgerin Emine Sevgi Özdamar.

Nach dem Putsch 1971 hält das Militär nicht nur das Leben, sondern auch die Träume der Menschen in der Türkei gefangen. Künstlerinnen und Künstler, Linke, Intellektuelle fürchten um ihre Existenz; auch die Erzählerin, die aus Istanbul übers Meer nach Europa flieht. Im Gepäck: der Wunsch, Schauspielerin zu werden, und das unbedingte Verlangen, den so jäh gekappten kulturellen Reichtum ihres Landes andernorts bekannt zu machen und lebendig zu halten.

Emine Sevgi Özdamars neuer Roman ist das vielstimmige Loblied auf ein Nachkriegseuropa, in dem es für kurze Zeit möglich schien, allein mit den Mitteln der Poesie Grenzen einzureißen. Er ist der sehnsuchtsvolle Nachruf auf die Freunde, Künstler, Bekanntschaften, die sie auf ihrem Weg begleiteten. Vor allem aber ist er die wortgewaltige Eröffnung eines Raums zwischen Bedrohung und Geborgenheit, eines von Schatten begrenzten Raums. Ihr Buch wurde mehrfach ausgezeichnet.

 Emine Sevgi Özdamar ist Schriftstellerin, Schauspielerin und Theaterregisseurin. Geboren wurde sie in der Türkei, wuchs in Istanbul auf, wo sie die Schauspielschule besuchte. Mitte der siebziger Jahre ging sie nach Berlin und Paris und arbeitete mit den Regisseuren Benno Besson, Matthias Langhoff und Claus Peymann. Sie übernahm zahlreiche Filmrollen und schreibt seit 1982 Theaterstücke, Romane und Erzählungen. Sie lebt in Berlin.


Termin: 23.11.2022, 19:30 Uhr
Eintrittspreis: 8,-€ (ermäßigt 4,-€)

Veranstaltungsort: Gemeindebibliothek